Kredite oft zu teuer
Verbraucherkredite in Deutschland sind nach Einschätzung von Experten derzeit zu teuer. Die Zinsen für Ratenkredite sind trotz des historisch niedrigen Leitzinsniveaus in der Eurozone zu hoch. Den Banken wird deshalb schon seit Monaten vorgeworfen, sich auf Kosten ihrer Kunden zu sanieren. Kreditinstitute können sich bei der Europäischen Zentralbank Geld zu 1,0 Prozent leihen.
Die Laufzeit der EZB-Refinanzierungen wurde vor Kurzem auf bis zu 12 Monate ausgedehnt. Ratenkredite mit einer Laufzeit von 36 Monaten kosten im Durchschnitt 7,88 Prozent Zinsen im Jahr. Noch drastischer fällt die Diskrepanz beim Zinssatz für Dispositionskredite aus: Hier stellen Banken ihren Kunden durchschnittlich 11,61 Prozent Zinsen im Jahr in Rechnung.
Die Banken weisen die Vorwürfe zurück und argumentieren, dass durch die Wirtschaftskrise das Ausfallrisiko gestiegen sei. Schließlich würden wegen der Rezession in Zukunft mehr Menschen ihren Job verlieren und könnten dann ihre Verbindlichkeiten nicht mehr termingerecht zurückzahlen.
Experten aber sehen in der Preispolitik der Banken lediglich den Versuch, die Margen im Kreditgeschäft auszuweiten und so die Gewinne zu erhöhen. Besonders ärgerlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Zinsen im Einlagengeschäft sich dem Zinsniveau am Kapitalmarkt angenähert haben: Auf Tagesgeld und Festgeldkonten erhalten Verbraucher derzeit nur sehr magere Zinsen.
Verwandte Beiträge:
- Kredite: Flexible Lösungen immer gefragter Die Kreditlandschaft in Deutschland wandelt sich: Waren bis vor wenigen...
- Neue günstige Ratenkredite der norddeutschen Netbank Ratenkredite erfreuen sich bei deutschen Verbrauchern immer größerer Beliebtheit. Sei...
