Das Festgeld und der neue Leitzins

Europaweit gingen die Zinsen für Festgeld in den vergangenen Monaten vereinzelt gravierend auseinander.

An dieser Tatsache wird sich vielleicht nicht allzu viel ändern. Eines ist jedoch der heutigen Entscheidung der Europäischen Zentralbank vollkommen klar: Mit den ohnehin schon nur noch mittelmäßigen Zinserträgen beim Festgeld ist es selbst bei den bisherigen Ausnahmekandidaten in Deutschland – wie der VW-Bank und der anderen Automobilbank Mercedes Benz-Bank – nun möglicherweise endgültig. Schuld daran ist die rein wirtschaftlich gut gemeinte Senkung des gültigen Leitzinses in der Eurozone.

Dieser wurde am heutigen Mittag wie von Experten vorhergesagt erneut auf einen historischen Tiefststand von nun nur noch 1,0 korrigiert, um die Wirtschaft in den Mitgliedsstaaten wie ein Motor anzukurbeln. Diese Senkung um 25 Basispunkte ist für Kreditkunden in spe durchaus positiv. Für die Sparer, die bisher auf die sichere Variante Festgeld vertrauten, könnte das Signal kaum eindeutiger sein. In den kommenden Wochen werden neu eröffnete Festgeldkonten wohl noch weniger Rendite einbringen als bisher.

Und auch im Kreditsektor haben die vergangenen sechs Leitzins-Korrekturen gezeigt, dass die Banken die sinkenden Zinsen der EZB kaum und sehr widerwillig an die Kunden weitergeben. Den derzeitigen Durchschnitts-Zinssatz von 2,04% beim einjährigen Festgeld wird man vermutlich schon bald vergeblich auf dem Markt suchen.